Zum Brauch des Ostergrases - Osterwunsch 2012

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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein;
wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
Joh 12,24

Das Gleichnis vom Weizenkorn, das uns das Johannesevangelium überliefert, war eine der Lieblingsstellen von Kardinal König.
Jesus hat diesen anschaulichen Vergleich bei seiner letzten öffentlichen Rede in Jerusalem gebraucht und damit mit einem bis heute allgemein verständlichen Bild aus der Natur seinen Tod am Kreuz gedeutet. Kardinal König hat diesen Text besonders gerne bei Begräbnisansprachen, verwendet, um - mit den Worten Jesu selbst - seinen festen Glauben an die Auferstehung zum Ausdruck zu bringen: Durch den Tod und die Auferweckung Jesu Christi wurde uns ewiges Leben geschenkt. Die Überwindung des Todes durch einen einzelnen, schafft neues Leben für viele.

Dieses letztlich unsagbare Geheimnis des Glaubens in Worte zu fassen, wird in der Heiligen Schrift in unterschiedlicher und vielfältiger Weise versucht:

Paulus schreibt in seinem 1. Brief an die Gemeinde von Korinth: "Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden." (1Kor 15,20-22).
Der 1. Petrusbrief formuliert es in Anlehnung an die Gottesknechtstexte bei Jesaja: "Er [Christus] hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt." (1 Petr 2,24).
Und der Kolosserbrief beschreibt es theologisch mit einem anschaulichen, doppeldeutigen Bild: "Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Ihr wart tot infolge eurer Sünden; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben. Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, daß er ihn an das Kreuz geheftet hat." (Kol 2,12ff).
Jesus Christus hat sich für uns hingegeben - einer ist für alle gestorben. Und so können wir in der Begräbnisliturgie dankbar bekennen: "Im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus ist Auferstehung und Heil!"

Im Frühling dürfen wir jedes Jahr durch die Natur erfahren, was Ostern heißt: aus dürrem, scheinbar totem Holz wächst - gleich einem Wunder - junges, frisches Grün. Es ist ein europäischer Brauch, rund um die Karwoche  Weizen zu pflanzen: aus einem harten, scheinbar leblosen Korn, sprießt neue Saat, neues Leben - Ostergras.

Mit diesen Gedanken zum Ostergras wünschen wir allen unseren Besucherinnen und Besuchern ein gesegnetes Osterfest und eine im wahrsten Sinn des Wortes "fröhliche Auferstehung!"

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein;
wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht."



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