"Jeder möchte alt werden, aber keiner will alt sein..."

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Die "Casa Kirchberg/Rabenstein" - ein Pflegewohnheim, das den Namen Kardinal Franz Königs trägt, der am 3. August 1905 in Rabenstein an der Pielach geboren wurde und seine ersten Schuljahre in Kirchberg an der Pielach verbracht hatte - wird am 30. Mai 2017 im Gemeindegebiet von Kirchberg feierlich eröffnet.

Am kommenden Dienstag, dem 30. Mai 2017, wird in Kirchberg an der Pielach ein im wahrsten Sinn des Wortes etwas "anderes (außergewöhnliches)" Pflegewohnheim eröffnet, das - so könnte man sagen - ganz im Sinn des "großen Sohnes der Heimat" angelegt ist und auch geführt wird: Liebevoller Respekt vor den Bewohnerinnen und Bewohnern, Individualität und Berücksichtigung ihrer Wünsche, soweit möglich und insgesamt der Ablauf des Alltags, wie diese es von früher, als sie noch zu Hause waren, gewohnt waren, stehen hier deutlich im Vordergrund. 

Wir sind überzeugt, dass Kardinal König, der ja selbst fast 99 Jahre alt wurde, über diese Art, den Lebensabend verbringen  zu können, sehr erfreut sein wird und bringen unseren Besucherinnen und Besuchern hier eine kurze Vorstellung des im Herzen des Pielachtals liegenden neuen Pflegewohnheims. Wir werden auch später gerne über die Eröffnung des neuen "Pflegewohnhauses - Casa Kirchberg/Rabenstein" berichten! 

 

 

 

© A. Fenzl
Blick in eine der Hausgemeinschaften

Alternatives Pflegewohnhaus - im Sinne von Kardinal Franz König

Kochen wie in der Familie, die Wohnung nach den eigenen Bedürfnissen und dem eigenen Geschmack gestalten - all das kann man in der neuen Kirchberger Seniorenresidenz.

Der Schritt, die eigenen vier Wände zu verlassen und in ein Heim zu ziehen, ist für viele eine schwere Entscheidung - verlässt man doch nur schweren Herzens sein gewohntes Umfeld. Die Angst, in einem unpersönlichen Heim, das einem Spitalsbetrieb gleicht, die restlichen Tage seines Lebens verbringen zu müssen, ist daher bei vielen Senioren und Seniorinnen groß.

In der Gemeinde Kirchberg im Pielachtal gibt es seit November des Vorjahres das "Kirchberger Pflegewohnhaus", dessen Errichtung von der Gemeinde Kirchberg und der Nachbargemeinde Rabenstein forciert wurde, um auch der älteren Generation zu ermöglichen, ihren letzten Lebensanschnitt in ihrer vertrauten Heimat verbringen zu können.

 

© Franz Rupprecht

So lässt sich's Leben - Das Kardinal-König-Pflegewohnheim wird eröffnet

Kardinal-König Pflegewohnhaus von "CASA-Leben im Alter" am Rathkogel in Kirchberg

"Dieses Pflegewohnhaus wird vorbildlich und - ich möchte sagen, ganz im Sinn von Kardinal König geführt. Die Bewohner sind hier sehr gut aufgehoben", zeigt sich Annemarie Fenzl nach einem ersten Lokalaugenschein begeistert.

Das Besondere an der "Casa Kirchberg": Je nach Bedarf finden hier Senioren aller Pflegestufen in drei Hausgemeinschaften mit max 14 Bewohnern nicht nur kompetente Langzeit- und Kurzzeitpflege, sondern vor allem auch wirklich liebevolle Begleitung.

Individualität steht im Vordergrund
Eine Besonderheit im Kirchberger Pflegewohnhaus ist auch, dass die Bewohner ihre vertrauten Einrichtungsgegenstände mitnehmen können, um sich ihr Zimmer so vertraut wie möglich zu gestalten.

Gemeinsames Kochen
Jede Hausgemeinschaft hat einen gemütlichen Gemeinschaftsbereich, wo täglich frisch vom Personal gekocht wird und die Bewohner selbst mitkochen dürfen. Für die Bewohner ist das total schön, nicht einfach so ein Tablett mit Essen zu bekommen, sondern das Kochen als Teil ihres gewohnten Alltags zu erleben.

Keine fixen Weck- oder Besucherzeiten
Auch gibt es keine fixen Weck- oder Besucherzeiten, die Privatsphäre wird groß geschrieben und jeder kann sich jederzeit in sein Zimmer zurückziehen.

(Textinhalt von der Website)

 

© A. Fenzl
Gemeinschaftsraum

© A. Fenzl
Hauskapelle im Kirchberger "Casa-Pflegewohnheim"

© A. Fenzl
Blick auf das Hochbeet des Pflegwohnheims

© A. Fenzl
Zimmer

"Lebenslust statt Lebensfrust – glücklich alt werden" 

Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht für alle Menschen einfach. Viele verbinden "alt werden" und "alt sein" auch in unserer Zeit oftmals mit Krankheit, Mühsal und Einsamkeit. Dass es auch anders geht, hat uns Kardinal König überzeugend vorgelebt. Er starb am 13. März 2004 im 99. Lebensjahr und er hat uns ein "Lebensrezept" hinterlassen, das es wert ist, dass man darüber nachdenkt. Denn, das hat auch er erkannt: das Älterwerden ist nicht unbedingt immer nur einfach. Und so hat er auf diesbezügliche Fragen geantwortet: "Manchmal fragen mich Menschen im Gespräch, ob das Älter-werden mir keine Probleme bereitet. Ich antworte dann gewöhnlich: es ist kein Verdienst, gesund älter zu werden, sondern etwas, wofür man dankbar sein muss. Dankbar den Vorfahren, von welchen man eine gesunde Konstitution ererbt hat; dankbar aber vor allem dem Herrgott, der dem, den sich auf ihn verlässt, jeden Tag aufs Neue Mut und Zuversicht schenkt. Im Laufe eines (langen) Lebens erfährt jeder Mensch Höhen und Tiefen und es ist ein Segen, wenn Menschen, die durch die Erfahrungen eines oft schweren Lebensweges geläutert sind, in Ruhe und Gelassenheit schließlich erkennen, was im Leben wesentlich ist, worauf es ankommt. Wenn sie immer deutlicher den Unterschied sehen, zwischen dem, was vergeht und dem, was bleibt."

Und ich denke, er hat damit gemeint: es ist ein großes Geschenk, wenn man mit diesem neuen Lebensabschnitt die Chance bekommt, vieles zu verstehen, manches nicht mehr so tierisch ernst nehmen zu müssen, manches zu verzeihen, zu vergessen und zu versuchen, dort, wo man gebraucht wird, einfach da zu sein. Gelassen und unaufdringlich.

Und daher lautet die bleibende Botschaft Kardinal Königs an uns alle, die er durch das Beispiel seines Lebens untermauert hat: "Wir sind alle unterwegs und – ob jung oder alt – wir stehen alle irgendwann einmal vor den drei großen Fragen: Woher kommen wir? Wohin geht unser Weg? Und welchen Sinn hat unser Leben?" Wenn man so denkt, dann ist jeder Augenblick von Bedeutung. Umso älter man wird, umso mehr kommt einem das auch zu Bewußtsein. Und es ist wichtig, jeden Augenblick gut zu nutzen. Achtsam zu sein. Kardinal König hat sich sein Leben lang bemüht, gemeinsam mit den Menschen auf diese drei Fragen eine Antwort zu finden. Er war überzeugt, dass jeder Mensch, gläubig oder nicht, im Laufe seines Lebens irgendwann einmal mit diesen Fragen konfrontiert wird.

Und er hat für sich ein "Lebensrezept" gefunden, das er uns hinterlassen hat, das für einen jeden und eine jede nachvollziehbar ist – es lautet in etwa so: Wir sind alle unterwegs. Wir sind hier nicht ewig. Und irgendwann kommen die großen Fragen des Lebens auf uns zu, ob wir wollen oder nicht. Und da kann der Glaube uns eine ganz handfeste Hilfe sein. Denn Kardinal König war überzeugt: Religion gehört zum Wesen des Menschen und die unmittelbarste Verbindung des Menschen zu Gott ist das Gebet, das persönliche Gebet. Wenn man diese Verbindung gefunden hat, dann kann das Leben trotzdem manchmal schwer sein, aber man weiß: wenn wir uns auf ihn verlassen, dann gibt Gott uns immer genau die Kraft, die wir gerade brauchen."

(Text: Annemarie Fenzl)

 

Die alten Menschen in unserer Gesellschaft

Im Jahr 1994 sprach Kardinal König anlässlich des Geriatriekongresses in Bad Hofgastein zum Thema: "Die alten Menschen in unserer Gesellschaft" - ein Lebensabschnitt, der jeden und jede letzten Endes einmal einholt und der ihm nicht zuletzt aus eigener Erfahrung sehr am Herzen lag. Wir bringen den Vortrag im Wortlaut. 

In der letzten Zeit hat das Phänomen der sogenannten "neuen Alten" zunehmend Beachtung gefunden. Das sind jene älteren Menschen, die körperlich noch gut beisammen, mobil, reiselustig und kulturell interessiert sind und auch über entsprechende finanzielle Mittel verfügen. Wirtschaft und Medien bemächtigen sich dieser Menschengruppe; Volkshochschulen, Universitäten und Reisebüros erkannten darin eine neue Zielgruppe. Die Wirtschaft erschloss sich damit neue Märkte.
Im Gegensatz zu diesem "positiven" Bild entwirft die französische Schriftstellerin Simone der Beauvoir in ihrer 1970 erschienenen Studie über "Das Alter" ein düsteres Bild von der Einstellung der westlichen Zivilisation ihren Alten gegenüber; sie berichtet von alten Leuten, die oft von ihren Kindern während der Ferien in Heimen oder Krankenhäusern untergebracht und dann einfach "vergessen" werden; sie kommt zu dem Schluss: "Die große Mehrheit betrachtet das Näherrücken des Alters mit mehr Abscheu als den Tod selbst." Und in der Tat stellt uns das Altwerden vor eine schwierige Aufgabe des menschlichen Lebens.
In den Büchern der medizinischen Gerontologie wird, nahezu ausschließlich von den Stufen des biologischen Alterungsprozesses, bis hin zur Vergreisung, berichtet. Damit kann man allerdings nicht erklären, wieso es heißt: Jeder möchte alt werden, aber keiner will alt sein....

Der gesamte Vortrag von Kardinal Franz König,
anlässlich des Geriatriekongresses in Bad Hofgastein,
19 März 1994



Dank an unsere Mütter

"Jeder möchte alt werden, aber keiner will alt sein..."

Kardinal König im Jahr 1965 im Dialog mit dem Islam - oder: Der Papst im Jahr 2017 in den Spuren von Kardinal König.

Gratulation an Altbischof Bischof Johann Weber zu seinem 90. Geburtstag

Frohe und gesegnete Ostern!





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