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Erzbischof Gianfranco Ravasi kehrt auf die Linie des von Kardinal Franz König geleiteten Sekretariats für die Nichtglaubenden zurück
Im Päpstlichen Kultur-Rat sollen nach dem Willen seines Präsidenten Erzbischof Gianfranco Ravasi künftig auch Atheisten mitarbeiten. Für die katholische Kirche seien Gesprächspartner "unverzichtbar", die die Welt aus einem anderen Blickwinkel interpretieren, sagte Ravasi im Gespräch mit "Radio Vatikan". Er befürworte daher die Mitwirkung von Nichtglaubenden bei den regelmäßigen Plenarsitzungen der Vatikanbehörde. Der Kultur-Rat hat sich nach den Worten Ravasis zwar schon auf der Grundlage von Texten mit den Ansichten von Atheisten befasst. Eine "lebendige Stimme" aus diesem Bereich könne aber für den Dialog erhellend sein. Mit den Vorgaben Ravasis kehrt der Kultur-Rat auf die Linie des von Kardinal Franz König geleiteten Sekretariats für die Nichtglaubenden zurück. Das Sekretariat war 1965 von Paul VI. im Zug seiner großen Dialoginitiative (mit den anderen Christen, mit den großen Welt-religionen, mit den Nichtglaubenden) errichtet worden. Als Paul VI. Kardinal König mit der Leitung des Sekretariats betraute, fragte ihn der damalige Wiener Erzbischof, wie er vorgehen solle. Der Montini-Papst antwortete lapidar: "Usus docebit" (die Praxis wird es lehren). Kardinal König leitete das Sekretariat bis 1980; es gelang ihm, Kontakte mit gesprächsbereiten Marxisten (vor allem in Jugoslawien und der Tschechoslowakei) zu knüpfen; Kontakte gab es auch - im Auftrag der vatikanischen Glaubenskongregation unter ihrem damaligen Präfekten, Kardinal Franjo Seper - mit den Freimaurern. In den achtziger Jahren wurde das Sekretariat für die Nichtglaubenden dann mit dem Päpstlichen Kultur-Rat zusammengelegt.
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