Gedenken in Mariazell
© Kardinal König-ArchivOrt der Erinnerung an Kardinal König in der Basilika Mariazell und monatliche Eucharistiefeier am Gnadenaltar

Mariazell bedeutete für Kardinal König Heimat. Schon als Bauernbub im Pielachtal hatte ihn der Gnadenort fasziniert. Aufgewachsen in Rabenstein an der Mariazellerbahn vermittelte ihm der große mitteleuropäische Wallfahrtsort schon in jungen Jahren die ersten Eindrücke von der Buntheit der Völker und Sprachen, der Vielfalt der Gebete und Gesänge und der gemeinsamen Verehrung der Gnadenmutter.

Als Domkurat ebenso wie als Bischof - Koadiutor von St. Pölten (1952-56) und später auch als Erzbischof von Wien (1956-85) besuchte er Mariazell viele Male an der Spitze unterschiedlichster Pilgergruppen.

Die hohe Zeit seines Lebens war das Zweite Vatikanische Konzil. In unzähligen Wortmeldungen hat er den Geist einer "Kirche in der Welt" verständlich zu machen versucht und ihn gegen Zweifel und Widerstände eingemahnt. Im Gedenken an dieses Konzil widmete er seinen Konzilsring und das ihm vom Konzilspapst Johannes XXIII. geschenkte kostbare Brustkreuz nach seinem Tod der Gottesmutter.

In Mariazell erlitt er im Juli 2003 einen Oberschenkelhalsbruch, von dem er sich erstaunlich schnell wieder erholte, so daß er im Herbst desselben Jahres bereits wieder voll seinen priesterlichen und bischöflichen Funktionen nachkommen konnte. Er schrieb den glücklichen Ausgang dieses in seinem hohen Alter so komplikationslos verlaufenen Unfalls auch der Fürbitte der Gottesmutter zu.

Am Ende seines Lebens, als der alte Kardinal im Jänner 2004, nach überwundenem Oberschenkelhalsbruch, wieder nach Mariazell kam, führte ihn sein erster Weg - noch bevor er sein Quartier bezog - wieder zur Gnadenstatue, um für seine unerwartete gute Genesung zu danken. Wenige Wochen vor seinem Tod feierte er dort noch täglich das Messopfer, ohne Hilfe und ohne Stock.

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In Mariazell wird am 13. jedes Monats um 11:15 am Gnadenaltar ein Gottesdienst im Gedenken an Kardinal König gefeiert - in der Regel zelebriert der Superior, P. Karl Schauer, persönlich.

 

 

 

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   Im Jubiläumsjahr 2007 wurde in der Ägidiuskapelle der Basilika Mariazell ein "Ort der Erinnerung" an Kardinal König eingerichtet, in Form von fünf in die Wand eingelassenen gläsernen Kuben, welche Gegenstände bewahren, die im Leben des Kardinals große Bedeutung hatten und an wichtige Überzeugungen und Stationen im Leben des Kardinals erinnern.

Ein Kubus zeigt jenes Enkolpion, ein ostkirchliches Bischofsmedaillon, welches der orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, in Dankbarkeit und Verehrung dem Kardinal anlässlich seines 100. Geburtstages schenken wollte. Da dieser aber ein Jahr davor starb, wollte der Metropolit dieses wertvolle Geschenk an einen Ort bringen, der für beide Heimat bedeutet und widmete das Enkolpion der Gnadenmutter von Mariazell.

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Ein zweiter Kubus birgt das sogenannte "Johanneskreuz" des Kardinals. Für Papst Johannes XXIII. empfand Kardinal König eine tiefe Sympathie. König, der unter Johannes XXIII. zum Kardinal ernannt wurde, bezeichnete den Konzilspapst u.a. als einen "Überwinder der Angst und Wegweiser aus der Enge". Kurz vor seinem Tod im Juni 1963 schenkte Papst Johannes XXIII. dem Kardinal als Zeichen seiner besonderen Verbundenheit ein wertvolles Brustkreuz. Kardinal König trug fortan kein anderes mehr. In seinem Testament verfügte der Kardinal die Übergabe des Kreuzes an die Schatzkammer der Basilika von Mariazell.

Ein weiterer Kubus bewahrt einen Rosenkranz des Kardinals. Dass Kardinal König ein überzeugter Marienverehrer war, wussten nur Eingeweihte. Seine tiefe, aber unaufdringliche Frömmigkeit fand im täglichen Rosenkranzgebet einen stabilen Anker. Mit großer Konsequenz betete er täglich den ganzen Rosenkranz, immer verbunden mit körperlicher Bewegung: als Erzbischof von Wien begleitete ihn der Rosenkranz auf seinen Wanderungen durch den Wienerwald. In seinen letzten Lebensjahren wurde die Dachterrasse des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern zum Ort seines Rosenkranzgebetes: Genau eine dreiviertel Stunde dauerten Rosenkranz und Betrachtung - jeden Tag und bei nahezu jedem Wetter. Man konnte die Uhr danach richten.
Beten im Gehen war für ihn Symbol an sich - für das Leben als Weg. "Wir sind alle unterwegs" war einer seiner oftmals zitierten Lieblingssätze. Er verstand das ganze Leben als Pilgerweg.

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Der vierte Kubus birgt den sogenannten "Konzilsring" des Kardinals, welchen Papst Paul VI. am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils allen Konzilsvätern zur Erinnerung daran schenkte. Es ist ein einfacher Goldring mit dem Bild Jesu und den beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Als Zeichen seiner Treue zum Zweiten Vatikanischen Konzil trug Kardinal König bis zu seinem Tod ausnahmslos diesen Konzilsring.

Im letzten Kubus ist das Annuario Pontificio des Kardinals aus dem Jahre 1960 zu sehen. In diesem Jahr 1960, als Kardinal König - nach einem Autounfall bei Varazdin, auf der Fahrt zum Begräbnis von Kardinal Stepinac - in einem jugoslawischen Krankenhaus lag, erkannte er die Verantwortung des Wiener Erzbischofs für die unter dem Kommunismus leidenden Christen im Osten. Das blutbespritzte päpstliche Jahrbuch aus dem Unfallauto erinnert an die damals begonnene konsequente "Besuchspolitik" Kardinal Königs, die den Bischöfen, Priestern und Gläubigen in den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang zeigten wollte, daß sie im Westen nicht "abgeschrieben" waren.

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