 Ökumenische Begegnung im Wiener Erzbischöflichen Palais mit Papst Johannes Paul II. am 11. September 1983 anlässlich seines ersten Pastoralbesuches in Österreich
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"Wegbereiter der Ökumene" wurde Kardinal König genannt. Und wenn die ehemalige Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Frau Oberin Gleixner, die "Mutter der Ökumene", wie sie heute liebevoll genannt wird, immer sagte, dass Österreich ein Glücksfall für die Ökumene sei, dass die Ökumene in unserem Land einen einzigartigen, eigenen, guten Weg geht, dessen Erkenntnisse weltweite Frucht gebracht haben, dann hat das auch wesentlich mit Kardinal König zu tun.
Heute wird immer wieder von der gemeinsamen Verantwortung der Religionen - besonders der drei monotheistischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam - für den Frieden gesprochen. Eine notwendige Voraussetzung für die Erfüllung dieser Aufgabe aber - davon war Kardinal König überzeugt - ist der Friede im Inneren der einzelnen Religionen. In dieser Überzeugung hat er in Österreich einen neuen Stil der Herzlichkeit in das kirchliche bzw. das ökumenische Leben eingeführt, und was er auf höchster Ebene vorgelebt hat, das hat sich auch "stilbildend" auf die katholischen Priester ausgewirkt: ein Zusammenleben der Kirchen an der Basis, in versöhnter Verschiedenheit, wie eine mögliche Form der Kirche Jesu Christi aussehen könnte.
Besonders wichtig war dem Kardinal das zwischenmenschliche Klima - er bezeichnete es immer als die Grundvoraussetzung für jeden fruchtbringenden Dialog. Kardinal König war kein Theoretiker, sondern ein Praktiker der Ökumene. Als wirklicher Brückenbauer wusste er aber auch: es genügt nicht, Gräben zuzuschütten, es geht immer darum, das Verbindende zu stärken, das die menschliche Begegnung dann auch trägt, wenn es schwierig wird.
Eine besondere Aufgabe erfüllt hiebei auch heute noch die von ihm 1964 ins Leben gerufene Stiftung Pro Oriente, die durch ihre internationalen Kontakte dem theologischen Gespräch und den zwischenmenschlichen Beziehungen mit den Ländern des Ostens weitreichende Impulse gegeben hat.
Heute hat das ökumenische Interesse die Basis erreicht, wie man in vielen ökumenischen pfarrlichen Arbeitskreisen feststellen kann. Und Kardinal König hat daraus den Schluss gezogen: Die ökumenischen Dokumente und Erklärungen haben wohl ihre Bedeutung. Die eigentliche Frucht aber ist die wiederentdeckte Geschwisterlichkeit aller Christen untereinander und die oft zu wenig beachtete Einsicht, dass alles, was uns gemeinsam ist, viel mehr umfasst, als das, was uns trennt.
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