Zum Doku-Drama "Der Kardinal"
© TelluxAm kommenden Donnerstag, dem 23. Juni 2011, am Fronleichnamstag, strahlt der ORF in seinem 2. Programm um 21:20 Uhr das Doku-Drama "Der Kardinal" aus. Der Film über das Leben und Wirken von Kardinal König ist eine Koproduktion von Tellux Film, ORF, 3sat, Autentic und BMUKK.

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Der Film, in Form einer Spieldokumentation, zeichnet wichtige Ereignisse im Leben von Kardinal König nach und hebt wichtige Stationen seines Lebens durch fiktionale Spielszenen hervor. Zu Wort kommen auch Wegbegleiter des Kardinals und Zeitzeugen.

Das Endergebnis wurde bereits im März 2011 anlässlich des Kardinal König-Symposiums im Kardinal König-Haus der Jesuiten in Wien-Lainz, im Juni 2011 auf Einladung des Bundespräsidenten in den Räumen der Präsidentschaftskanzlei, sowie in Kirchberg an der der Pielach, im Vorfeld der diesjährigen "Kardinal König-Gespräche", gezeigt.

Durch die äußere Form eines "Dokudramas" werden zeitgeschichtliche Vorgänge in einer Art und Weise lebendig, wie es nur dieses Medium kann. Es ist mehr als ein Spielfilm, es ist ein Zeitdokument. Historiker lernen während ihres Studiums, dass es für die objektive Beurteilung einer Geschichte, eines Ereignisses, eines Lebens wichtig ist, immer von einer gedachten Position von etwa dreihundert Jahren später auszugehen.
Und ein Film wie dieser, der eine Geschichte dramaturgisch eindringlich und handwerklich perfekt herüberbringt, signalisiert den Menschen, die ihn sehen werden und die die Protagonisten nicht mehr kennen: so war es.

Im Doku-Drama werden reale Personen (wie der Kardinal selbst, aber auch Bruno Kreisky, Kardinal Mindszenty, die Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II.) von bekannten Schauspielern dargestellt, darüber hinaus aber auch kumulative Persönlichkeiten künstlerisch überhöht gespielt: so steht zum Beispiel "Pfarrer Karl" für einen nach dem Konzil welt-offenen und bodenständigen Klerus, während der "Mann im Lodenmantel" alle jene kirchlichen und politischen Kreise verkörpert, die Kardinal Königs Kontaktaufnahme zu den Sozialisten nicht verstanden und seine generelle pastorale Linie verurteilt und im Dunklen bekämpft haben. Der US-amerikanisch-österreichische Schauspieler, August Zirner, welcher Kardinal König einfühlsam verkörpert, wird dem Wesen und der Person des Kardinals in ihren verschiedenen Facetten gerecht.

© Tellux

Dieser Film thematisiert für unsere Heimat Österreich bedeutsame Momente. Er zeigt, wie Männer großen Formats, wie Bundeskanzler Bruno Kreisky und Kardinal König, weltanschaulich von anscheinend entgegengesetzten Positionen kommend, miteinander umgingen, in Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl, ohne Aufgabe der je eigenen Position, was mitunter manchmal einer Zerreißprobe gleichkam.

Der Film ist ein Lehrstück, ein ganz wichtiges Zeitdokument, das uns und vor allem jenen, die nach uns kommen, vieles lehren kann. Gerade die Auseinandersetzung um die sogenannte Fristenlösung zeigt, auch in der dramatisierten Fassung, wie man trotz allem trachten kann, nie den kleinsten gemeinsamen Nenner aus dem Auge zu verlieren. Der Film beleuchtet damit ein ganz wichtiges Stück österreichischer Zeitgeschichte, die viele von uns noch erlebt haben. Gleichsam vorgelebte "Kultur der Auseinandersetzung" - die niemals zu Ende sein wird. Leben mit Konflikten.

So zeigt der Fokus des aktuellen Films vor allem Kardinal König als politisch denkenden Menschen, der die bekannte Versöhnung zwischen Kirche und Sozialdemokratie zustande gebracht hat. Dies auch im Lichte der Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Fundament, auf dem das ausgezeichnete Verhältnis Staat und Kirche in Österreich noch heute beruht.

Aufgrund der - obwohl bereits auf 90 Minuten ausgeweiteten, aber ob des langen und erfüllten Lebensweges und Wirken Kardinal Königs immer noch - zu kurzen Spielzeit und der bewussten Betonung des geschichtlichen, politischen und kirchenpolitischen Schwerpunktes werden andere Aspekte, wie Kardinal Königs Wirken auf dem Gebiet der Ökumene und sein seelsorgliches Wirken in seinen letzten 15 Lebensjahren nur kurz angesprochen.

Die Bestrebungen des Kardinals auf dem Gebiet der Ökumene, die sich in Österreich in einer positiven Ausnahmesituation befindet, hatten neben einer geistlichen zweifellos auch eine politische Komponente. Denn die vielen Kontakte des Kardinals zu den Kirchen hinter dem Eisernen Vorhang - sehr wohl im Auftrag des Vatikans - haben ihre Bedeutung bis auf den heutigen Tag bewahrt. Die von ihm begründete Stiftung Pro Oriente verwaltet und mehrt sein Erbe heute noch sichtbar. Der Bereich Ökumene, der in diesem Film aufgrund der Fülle des anderen Materials vielleicht zu wenig beleuchtet wurde, wird wohl bei anderen Gelegenheiten jenes Scheinwerferlicht erhalten, das er verdient.

So ist dieser Film, im Ganzen gesehen, ein Dokument, das zum Nachdenken anregen und Diskussionen anfachen will. Das ist ganz im Sinn von Kardinal König, der - als Mann der Kirche und mit beiden Füßen in der Welt von heute - Zeit seines Lebens nie das Gespräch, den Dialog gescheut hat - und das immer mit dem Ziel, gemeinsam den Herausforderungen einer pluralistischen Welt und Zeit, unbeschadet an Leib und Seele, zu begegnen.

© kathbild.at/rupprecht
Produzent Golli Marboe, Kardinal König-Darsteller August Zirner, Regisseur Andreas Gruber

Aus dem Drehbuch von Martin Betz mit Regieadaptionen von Andreas Gruber

Auf der Homepage von Martin Betz

Tellux Film

Ankündigung und Trailer auf der ORF TVthek

Auf der Homepage der Erzdiözese Wien, 15.06.2011

Auf der Homepage der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag", 16.06.2011

Reportage von Otto Friedrich in "Die Furche" zum Downloaden

Regisseur Andreas Gruber im OÖN-Interview

Auf der Homepage der Kathpress, 21.06.2011

 

Von der Präsentation im Kardinal König-Haus

Auf der Homepage der Kathpress, 31.05.2011

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Von der Präsentation in der Präsidentschaftskanzlei

Auf der Homepage der Kathpress, 16.06.2011

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Bei der Ansprache des Herrn Bundespräsidenten

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(von rechts nach links) Albischof Johann Weber, Metropolit Michael Staikos, Apostolischer Nuntius Exz. Peter Stephan Zurbriggen, Elisabeth Waldheim, Margit Fischer, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Produzent Golli Marboe

© HBF/Andreas Wenzl

Von der Präsentation in Kirchberg an der Pielach

© Kirchberg/Pielach

… in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirchberg-Halle in Anwesenheit von Pfarrer August Blazic, Obmann des Kardinal König Vereins „Glaube und Heimat im Pielachtal“ Gottfried Auer, Produzent Golli Marboe, Annemarie Fenzl, Regisseur Andreas Gruber, Bürgermeister Anton Gonaus und Vize Franz Singer (von links)

Bericht auf der Homepage von Kirchberg

© Kirchberg/Pielach © Kirchberg/Pielach


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