Doku-Drama über Kardinal König

 

Auf der Homepage der Kathpress, 22.09.2010

APA OTS Meldung, 22.09.2010

Auf der Homepage der Erzdiözese Wien, 22.09.2010

Religion.orf.at, 22.9.2010

programm.orf.at

viennafilmcommission.at

Tellux Film

 

Aus dem Drehbuch von Martin Betz mit Regieadaptionen von Andreas Gruber

© kathbild.at/rupprecht
Produzent Golli Marboe, Kardinal König-Schauspieler August Zirner, Regisseur Andreas Gruber

DER KARDINAL

SYNOPSIS
Brückenbauer, moralisches Gewissen des Landes, Wegbereiter der Ökumene und des interreligiösen Dialogs - das sind nur einige der Attribute, die Kardinal Franz König (1905-2004) zugeschrieben werden. Der langjährige Erzbischof von Wien war eine der prägendsten Persönlichkeiten Österreichs im 20. Jahrhundert - einerseits von vielen geschätzt und respektiert, andererseits wegen seiner liberalen Haltung von konservativen Kreisen angefeindet. Das Wirken des "roten Kardinals", wie er von manchen abschätzig, von anderen wieder respektvoll genannt wurde, steht für die Annäherung der katholischen Kirche an die österreichische Sozialdemokratie genauso wie für den Dialog mit den kommunistischen Staaten in Osteuropa. Kardinal König hat mehr als einmal Geschichte geschrieben - und war ebenso oft harter Kritik ausgesetzt.
Dieser Film spürt dem bewegten Leben des als Bauernsohn geborenen, weltoffenen und redegewandten "Jahrhundertkardinals" nach. Er zeigt aber auch die Konflikte in Königs Wirken, stellt seine Gegner dar, die mehr als einmal Königs Zurückhaltung und Toleranz auszunutzen wussten.
Die filmische Erzählung beginnt mit Königs schwerem Autounfall in Kroatien 1960, der ihm seine Aufgabe vor Augen führt, in Osteuropa aktiv zu werden. Als Vermittler während des Kalten Krieges kommt der Wiener Kardinal in den folgenden Jahren immer öfter ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. So versucht er, in einer mühevollen Mission den ungarischen Primas Jószef Mindszenty, der seit 15 Jahren im selbst gewählten Asyl in der amerikanischen Botschaft in Budapest lebt, aus Ungarn herauszuholen. Dabei gerät König in den Konflikt zwischen die realpolitischen Interessen des Vatikans und den Erhalt der Menschenwürde des verbitterten und verstockten Primas von Ungarn, der sein Land unter keinen Umständen verlassen will.
Zur selben Zeit findet Franz König in dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky einen kongenialen Gesprächspartner. Die beiden leiten eine beispiellose Annäherung zwischen Kirche und Sozialdemokratie ein, öffnen gesellschaftliche Dialoge - und zerstreiten sich heillos in der Frage der Fristenlösung. Dennoch bleibt die Versöhnung mit der Sozialdemokratie eine bleibende Errungenschaft, die auf Königs Wirken zurückgeht.
Gleichzeitig steigt Königs Bedeutung in der Weltkirche. Als eine der Galionsfiguren des Zweiten Vatikanischen Konzils gilt er schon bald als "papabile", als Papstkandidat. Dabei ist König eher ein "Papstmacher". Erst durch seinen Vorschlag wird Karol Wojtyla 1978 zum Papst gewählt. Franz König hat davon buchstäblich - nichts. Gute und falsche Freunde des Papstes denunzieren König, kratzen an seinem Lebenswerk. Umstrittene Bischofsbestellungen stürzen die katholische Kirche Österreichs in eine Krise. Königs Bemühen um eine Stärkung der Ökumene und eine lebendige Kirche unter Einbeziehung der Laien wird u. a. durch seinen Nachfolger, Kardinal Groër, zunichte gemacht. Als dieser anhaltenden Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger ausgesetzt ist, kommt es in Österreich zu einer beispiellosen Kirchenaustrittswelle. Die Frage nach Vertrauen und Misstrauen, wie weit Toleranz gehen kann, ohne dass sie ausgenutzt wird, ist ein Lebensthema Kardinal Königs und damit ein zentrales Motiv dieses Films, der auch den Brüchen in Königs Lebenslinien folgen will. König war kein Mann der dramatischen Geste, er zog sich stets zurück, bevor er sich wichtigen Fragen stellte, und er kehrte gestärkt zurück, als einer, der mutig genug war, ohne Vorbehalte und politisches Lagerdenken auf alle zuzugehen.

DOKU-DRAMA
Spielszenen machen die dramatischen Situationen entscheidender Begegnungen Franz Königs erlebbar, offenbaren seine inneren Konflikte, aber auch seinen Rückhalt, den der als Bauernsohn Geborene schon in der Kindheit durch seinen Drang, hinaus in die Welt zu gehen, erfuhr. Die fiktionalen Elemente wechseln, teilweise vermischt, mit dokumentarischen Szenen wie Archivbildern, historischen und gegenwärtigen Interviews. Die Aussagen von Zeitzeugen leiten ein Thema ein oder spiegeln einen veränderten Blickwinkel des eben Erzählten wider.
Den geschichtlichen Bogen über 40 Jahre Zeitgeschichte wird der Historiker Gerhard Jagschitz spannen, Weihbischof Helmut Krätzl, der zu den längstdienenden Wegbegleitern des Kardinals zählt, trägt zum Zeitbild aus der Sicht eines Nahestenden bei. Weitere wichtige Gesprächspartner sind der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Königs langjährige Büroleiterin Annemarie Fenzl, die Historikerin Trautl Brandstaller, der Journalist Heinz Nussbaumer, Vertreter aus Osteuropa und - so weit es möglich ist - auch Gegner Königs.


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