Hochfest der Apostel Petrus und Paulus – traditioneller Tag der Priesterweihen

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Zeitnah rund um den 29. Juni, den Festtag der beiden "Apostelfürsten" Petrus und Paulus, finden in den katholischen Diözesen auf der ganzen Welt Priesterweihen statt. Für die Wiener Erzdiözese hat Kardinal Schönborn am 13. Juni 2015 vier Diakone durch Handauflegung zu Priestern geweiht.

Für uns ist dies ein Anlass, an die über dreihundert "geistlichen Söhne" Kardinal Königs zu erinnern, die dieser im Verlauf seiner 29jährigen Amtszeit als Erzbischof zu Wien geweiht hat. Wie wohl jedem Bischof lagen ihm seine Priester, als seine wichtigsten Mitarbeiter vor Ort, sehr am Herzen. Er hat durch all die Jahre, auch nach seiner Emeritierung, mit ihnen Kontakt gehalten. Immer hat er besonderes Augenmerk darauf gelegt, möglichst keinen Gedenktag, sei es ein Geburtstag oder ein sonstiges Jubiläum seiner Priester zu vergessen. Heute noch berichten uns ältere Priester von seinen unerwarteten Telefonanrufen samt Gratulation und Fragen nach dem persönlichen Befinden, die meist freudige Überraschung ausgelöst hatten.

Wir bringen zur Erinnerung daran eine Weihepredigt des Kardinals aus dem Jahr 1975 samt dem dazu gehörigen Bericht der Kirchenzeitung, dazu auch ein Foto von Kardinal König mit Priesterjubilaren.

Und wir wollen hier auch an die Worte des Kardinals bei seiner Inthronisation am 17. Juni 1956 erinnern, wo er sich zum ersten Mal an seine Priester wandte und sagte: "Ich grüße in besonderer Verbundenheit die Mitbrüder im Priestertum, seien es Welt-, seien es Ordenspriester. Ihr tragt die Last und Hitze des Tages in der Seelsorgearbeit. Ich komme nicht als euer Herr, sondern als euer Mitbruder. Ich bin selber zehn Jahre Kaplan gewesen und kenne die ermüdende Last der vielen Schulstunden, des langen Dienstes im Beichtstuhle, der Vorbereitung auf Vorträge und Predigten und die Mühe der administrativen Verwaltung. Euch gilt in erster Linie mein Dienst im Bischofsamte...". 

 

Der Priester – Zeichen  und Angebot der Barmherzigkeit Gottes 

Predigt von Kardinal König bei der Priesterweihe am 28. Juni 1975 im Stephansdom

Der Tag der Priesterweihe im Dom zu St. Stephan am oder in der Nähe des Apostelfestes Peter und Paul ist mehr als früher in den Mittelpunkt der Diözesangemeinschaft gerückt. Auch heute stehen im Blickpunkt die Neupriester, vier an der Zahl, die unsere Freude, aber auch unsere Sorge deutlich machen. Diese Sorge darf kein Ausdruck der Resignation oder des Pessimismus sein, sondern eine Mahnung, in der Stimme der Zeit die Stimme Gottes zu hören, laut und vernehmlich. – Vox temporis – vox Dei.

Wenn wir in der Stimme der Zeit, in unserer Zeit, die Stimme Gottes vernehmen wollen, dann müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich nichts im Wesen der priesterlichen Berufung geändert hat, wohl aber in der Art und Weise, wie die priesterliche Berufung ausgeübt wird, auch heute.

Vollständiger Text der Predigt

 

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Juni 2000: Kardinal König mit Priesterjubilaren in der Sakristei des Stephansdoms. Links neben dem Kardinal Domdechant Josef Tóth, von 1971 bis 1989 Regens des Wiener Priesterseminars. 1. v. l.: Leopold Mathias, 2. v. l. Herbert Kraus, 3. v. l. Walter Reichel, 5. v. l. Franz Schlegl.


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