Kardinal-König-Preis 2014 an "Engel von Albanien"

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Am Nachmittag des 13. März 2014 überreichte der Grazer Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari im Wiener Erzbischöflichen Palais den diesjährigen "Kardinal-König-Preis" an eine tatkräftige Frau: die 63-jährige Pädagogin und Sozialmanagerin Marianne Graf, die sich seit mehr als 20 Jahren für Not leidende Menschen, insbesondere in Albanien, einsetzt und dazu die "Albania-Austria Partnerschaft" aufgebaut hat.

Die als "Engel Albaniens" bekannte Frau erhält den "Kardinal König-Preis" für ihr Lebenswerk. Bischof Egon Kapellari überreichte die Auszeichnung als Präsident der nach dem vor zehn Jahren verstorbenen Wiener Erzbischof benannten Kardinal König-Stiftung und begründete die Wahl des Kuratoriums folgendermaßen: Marianne Graf habe, so wie die bisherigen Preisträger, "paradigmatisch gewirkt", was "das Lebenswerk dieser erstaunlichen starken Frau" beweise.

 

Laudatio von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari bei der Verleihung des Kardinal-König-Preises an Frau Dr. Marianne Graf am 13. März 2014 im Erzbischöflichen Palais, Wien

© Roman Szczepaniak

Der Grazer Diözesanbischof erinnerte an den Beginn der Hilfstätigkeit der aus St. Marein bei Graz stammenden Steirerin: Betroffen von der damaligen Hoffnungslosigkeit und Armut in diesem Land, gründete Graf mit ihrem Ehemann im Jahr 1992 den gemeinnützigen Verein "Albania-Austria Partnerschaft". "Dadurch konnte ein ungemein beeindruckendes soziales Netzwerk in Albanien aufgebaut werden", das Projekte im Bildungs- und Gesundheitsbereich genauso umfasst wie für Kinder, Frauen, Minderheiten, Landwirtschaft, Ökologie oder auch den interkulturellen und interreligiösen Dialog. Hinzu kommen zahlreiche Bauprojekte in Albanien, aber auch im Kosovo, wo mit Grafs Hilfe 540 durch den Krieg zerstörte Wohnhäuser wieder aufgebaut werden konnten.

Wie beeindruckend das Wirken der mittlerweile zur Honorarkonsulin der Republik Albanien ernannten Preisträgerin ist, bezeuge auch ein Brief des Bischofs der albanischen Diözese Rreshen, Cristoforo Palmieri, aus dem Bischof Kapellari zitierte: Marianne Graf sei in Gegenden gegangen, "wo niemand anderer hinging und sie hat unglaublich konkret ohne theoretisches Gerede in unsere Gesellschaft hineingewirkt. Damit hat sie Frieden auch für Europa gesichert." Trotz massivem Risiko für Leib und Leben sowie einer Erkrankung habe sie ohne Unterbrechung weiter geholfen. "Sie war und ist ein leuchtendes Vorbild für Christen und Muslime. Mehr als einer Million Albanern hat sie durch ihren Einsatz für Bildung und Gesundheitswesen entscheidend geholfen," so Bischof Palmieri, der resümierte: "Wie unsere Mutter Teresa ist sie eine der sehr großen Frauen in Europa. Deshalb wurde sie 2007 auch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen."

 Die Laudatio im Wortlaut

 

 

© Roman Szczepaniak © Roman Szczepaniak

In ihren Dankesworten kam die Preisträgerin auf die Triebfeder ihres christlichen Engagements zu sprechen: Es gelte die Würde des Menschen durch konkrete Hilfe auf Augenhöhe zu achten und zu fördern, so Marianne Graf, die im Zuge ihrer Projekte Albanisch lernte und ihre Rede auf Deutsch und Albanisch hielt. "Die größte Sünde ist das Wegschauen", sagte sie und mahnte an, dass es keinen dauerhaften Frieden ohne soziale Gerechtigkeit gehen könne. Es gelte Allianzen zu bilden, um die Menschen in Albanien zu begleiten. Zurückblickend auf 22 Jahre könne man sagen, dass sich das Land "gehörig verbessert" habe und heute "ein anderer Stern" sei. Der Kardinal-König-Preis sei "Antrieb und Aufforderung, weiter intensiv für den Nächsten dazu sein."

Unter den zahlreichen Ehrengästen waren der Botschafter Albaniens, Roland Bimo, der altkatholische Bischof Johannes Okoro, die ehemalige steirische Landeschefin Waltraud Klasnic und Caritas-Direktor Franz Küberl.

Namens des Kuratoriums der Kardinal-König-Stiftung erklärte der Journalist Heinz Nussbaumer, dass die Stiftung künftig ein konkretes Projekt von Marianne Graf in Albanien unterstützen werde. Dabei handelt es sich um das sogenannte "Kardinal-König-Projekt" im albanischen Dorf Vinotek bei Shkoder, einem Sozial- und Pastoralhaus für Kinder und Jugendliche. Spenden dafür sind erbeten auf das Konto "Albania-Austria-Partnerschaft", IBAN: AT 57 6000 0000 9233 1000.

 

Zum Nachlesen:

Auf der Website der Erzdiözese Wien

Interview mit Anna Maria Steiner (Die Furche)

© Roman Szczepaniak

 

 

 

Ganz im Sinne von Kardinal König
endete das Fest mit einem gemütlichen Beisammensein
der Preisträgerin mit ihren Gästen im Club Stephansplatz 4.

© Roman Szczepaniak © Roman Szczepaniak


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