Kardinal König im Jahr 1965 im Dialog mit dem Islam - oder: Der Papst im Jahr 2017 in den Spuren von Kardinal König.

 

Der Papst, der Großscheich und der heilige Baum

Heute, am Freitag, dem 28. April 2017, kommt Papst Franziskus nach Ägypten, um mit der altehrwürdigen al-Azhar-Universität (al-Azhar-Moschee) in einen neuen Dialog zu treten. Warum ein alter Maulbeerfeigenbaum in Kairo ein gutes Symbol für seinen Besuch darstellt....

Zum Weiterlesen:
"Die Presse"

 

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Aus diesem denkwürdigen Anlass wollen wir hier an dieser Stelle daran erinnern, dass schon im Frühjahr 1965 - noch während des Konzils - Kardinal König als erster christlicher Würdenträger vor Studenten und Professoren in der großen Aula der berühmten al-Azhar-Universität in Kairo, dem geistigen Zentrum, dieser wissenschaftlichen und kulturellen Hochburg der islamischen Welt, einen vielbeachteten Vortrag über den Monotheismus in der Welt von heute gehalten hat. In seiner Rede erinnerte er an die breite Basis der Begegnung, die es zwischen den beiden großen monotheistischen Religionen, dem Islam und dem Christentum, gibt. Er sprach über Gemeinsamkeiten, die Christentum und Islam in der Argumentation gegenüber dem Atheismus verbinden und plädierte über die geforderte Toleranz hinaus für eine "positive Zusammenarbeit auf religiösem, sittlichem und insbesondere auf sozialem Gebiet". So könnten Christentum und Islam nicht nur in einer neuen Weise einander begegnen, sondern auch erstmalig zu einer Gemeinsamkeit gelangen, die in dieser so wichtigen Stunde der Menschheitsgeschichte so bedeutend sei - so Kardinal König damals.   

 

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al-Azhar in Kairo

 

 

 

Wenn man sich auch klar sei, Kardinal König weiter, dass diese beiden Religionen vieles auf der theologischen Ebene trenne, so wisse man heute jedoch auch um jene gemeinsamen Überzeugungen, die sie an der Wurzel einen. Die monotheistischen Religionen, so der Kardinal damals, müssten auch eine Schicksalsgemeinschaft in der Auseinandersetzung mit dem atheistischen Materialismus bilden. Der Monotheismus, der nicht die Unterwerfung des Menschen, sondern seine Würde predige, werde damit zum Gegner all jener, die sich selbst zur alleinigen Norm des Daseins machen wollen. Schon damals sprach Kardinal König von der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung zwischen Christentum und Islam, bei der die Theologen beider Religionen voneinander lernen könnten - "...die Christen vom islamischen Theologen die anschauliche, wirklichkeitsnahe Darstellung, die Muslime die straffe logische Form in den Theologien der Christen" -, und er ermunterte die Theologen zu einer Begegnung, die das Gemeinsame sieht und zu verstehen trachtet: "Eine solche Begegnung wird dann in der rechten Weise erfolgen, wenn mit der eigenen Überzeugung der Respekt für den Standort und die Überzeugung des anderen verbunden ist. "

Was damals auf die gemeinsame Bedrohung durch den dialektischen Materialismus gemünzt war, ist heute noch aktueller, aber gleichzeitg auch unter sehr geänderten Bedingungen auch noch schwieriger geworden.

 
 
 
 

© KK-Archiv
Kardinal König in der großen Aula der Universität, Bericht in einer arabischen Zeitung

 

Monotheismus in der Welt von heute

Vortrag von Kardinal König an der altehrwürdigen Universität al-Azhar in Kairo am 31. März 1965

"Ich betrachte es als besondere Auszeichnung, an der al-Azhar-Universität, dem anerkannten geistigen Mittelpunkt des Islams, vor Professoren und Studenten über den Monotheismus in der heutigen Welt sprechen zu können........"

Zum Weiterlesen:
Der vollständige Text des Vortrags "Monotheismus in der Welt von heute"

 

 

 

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Kardinal König im Gespräch mit dem Rektor der Universität

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Bericht in einer arabischen Zeitung - mit einer Ansicht Wiens mit dem Stephansdom wollte man wohl den Lesern die Heimat des Vortragenden näherbringen.


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