Die erste Kerze

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Predigten, Wortmeldungen zu bestimmten Anlässen, wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten usw. sind für Priester wie auch für Bischöfe in der Regel keine leichte Aufgabe. Denn es geht eigentlich immer darum, denselben Sachverhalt, wenn man so sagen darf, in anderen Worten und Bildern auszudrücken. Das gilt auch für den Advent. Adventgedanken gleichen sich oftmals - es geht um Licht und Stille, um Erwartung und Erfüllung und irgendwann ist der Vorrat an neuen Gedanken erschöpft. Das hat auch Kardinal König so erlebt.

Wir haben uns daher entschlossen, signifikante Worte und Begriffe unserer Zeit ins Auge zu fassen und zu sehen, was Kardinal König dazu zu sagen hatte. Für den ersten Adventsonntag haben wir das Wort: Wohlstand ausgewählt.  

Wohlstand - nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und denken Sie darüber nach, was Sie unter Ihrem persönlichen Wohlstand verstehen. 

Eine gesunde Familie zu haben - eine Familie die zusammenhält - wo sich jedes Mitglied des anderen annimmt, wo sich jeder und jede auf jeden verlassen kann - das ist Wohlstand.

Einen Arbeitsplatz zu haben - zu dem Sie gerne hingehen, wo Sie keine "Angst" haben müssen, ausgebeutet oder gemobbt zu werden - das ist Wohlstand.

In einem Land leben zu dürfen, in dem noch im Großen und Ganzen sozialer Friede herrscht - wo nahezu alle, die wollen, Arbeit finden können, wo auch an jene gedacht wird, die sich in der Gesellschaft nicht zurechtfinden können oder wollen - das ist Wohlstand.    

Die Reihe solcher Beispiele liesse sich noch beliebig verlängern. Wenn Sie nachdenken, fällt Ihnen sicherlich auch noch Einiges dazu ein. Wir müssen uns wieder bewusst machen, wie gut es uns geht und daran müssen sich unsere Handlungen orientieren. Kurz gesagt: wir müssen uns entscheiden!    

 

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Wir müssen uns entscheiden!


Wir bringen Ihnen dazu eine Entscheidungshilfe zum 1. Adventsonntag.

Aus:Kardinal Franz König - Gedanken für ein erfülltes Leben

Von der Macht des Wohlstandes

Der Wohlstand ist heute der stärkste Konkurrent des Glaubens.  Wir sind zur reichsten Generation geworden, die jemals auf diesem Planeten gelebt hat. Die religiösen Angebote scheinen bedeutungslos im Vergleich zu den lebensstarken Angeboten unserer Zeit. Das Wort "reich" hat dieselbe Sprachwurzel wie das lateinische Wort "rex": Regnare, das heißt König sein, heißt herrschen. Wir alle sind kleine Könige geworden, wir haben alles, wir brauchen niemanden mehr, den wir bitten müssen.

Die Kirche, der Glaube an Gott und Gott selber sind scheinbar überflüssig geworden.
Die Frage ist also: Ist Wohlstand zum neuen Gott geworden?
Ich glaube, ich hoffe, dass dies nicht so ist. Denn auch der Himmel wird voll "Wohlstand" sein. Aber es braucht eine gewaltige Kraft des Glaubens, der Liebe und der Religion, damit der Wohlstand nicht den Geist erschlägt, damit er nicht in der Anarchie endet, nicht zur geistigen Zersetzung der Völker führt. Die Kirche von morgen wird eine liebesstarke und glaubensstarke Kirche sein müssen, die der Macht des Wohlstands ebenbürtig ist.

 

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Mit diesen Gedanken am Beginn des Advent,
wünschen wir unseren Besucherinnen und Besuchern wenn möglich –
wenigstens den einen oder anderen stillen Moment
in diesem Advent!

 


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