Kardinal-König-Kunstpreis 2017 für Kerstin von Gabain

Erzbischof Dr. Franz Lackner überreichte die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung der Erzdiözese Salzburg an die in Wien lebende US-Künstlerin.

Erzbischof Franz Lackner überreichte die Auszeichnung am 27.11.2017 im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil für das Werk "Symposium on the dark ages", die Bezug auf Hieronymus Boschs "Weltgerichtstriptychon" nimmt. Die Arbeit von Gabain sowie und Werke aller weiteren 22 nominierten Künstler sind bis 2. Februar im Bildungszentrum ausgestellt.

Kerstin von Gabain übersetzt in ihrem nun prämierten Werk die Emotion und Formensprache des 1504 entstandenen Altarbildes von Bosch in die Gegenwart, erklärte Angelika Nollert, Direktorin von "Die neue Sammlung - The Design Museum" in München und Jury-Mitglied, in ihrer Laudatio. Die Künstlerin baute ihre Installation, bestehend aus einem dreiteiligen Tisch, vor Boschs Werk in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien auf. "Wie auf einem Seziertisch liegen darauf in sinnlich-fleischlichem Rosa gehaltenen Wachspräparate, die an Knochen, Mark und Fleisch erinnern", so Nollert.

Ausschlaggebend für die Preiszuerkennung war laut der fünfköpfigen Jury die "aktuelle Thematik", der sich die Künstlerin in besonderer Weise widme: "Die Unversehrtheit der menschlichen Existenz ist nicht selbstverständlich". Prekäre Lebenssituationen, Verletzung und Verlust würden von Gabain in Form von wächsernen Gliedmaßen, Kunststoff-Knochenteilen und Bildern von mutierten Konsumgütern visualisiert. "Zwischen zuckerlrosa Verführung und erschreckender Irritation changieren die skulpturhaften Objekte und gleichsam museal vorgeführten Versatzstücke aus Kerstin von Gabains plastischem Repertoire."

Kerstin von Gabain, geboren 1979 in Palo Alto (USA), studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie arbeitet insbesondere mit Fotografie und Skulptur. Ihre Werke waren u.a. in ihrer Wahlheimat Wien in renommierten Häusern wie der Kunsthalle, der Secession, im MAK oder der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste zu sehen.

Ziel: Dialog zwischen Kunst und Kirche
Der Initiator des Kardinal-König-Kunstpreises, Johannes Neuhardt, bedankte sich bei Erzbischof Lackner für das Engagement bei der Förderung zeitgenössischer Kunst: "Die Kirche braucht die Kunst - und zwar die von heute. Sie kann sich nicht mit der von gestern begnügen, weil auch ihr Auftrag für heute und morgen gilt", so Neuhardt.

 Kardinal König Kunstpreis 

 

Bildbericht zur Verleihung des Kardinal König Kunstpreises 2017

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Preisträgerin 2017 Kerstin von Gabain mit Erzbischof Franz Lackner

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Prälat Johannes Neuhardt, Dr. Antonia Gobiet, EB Franz Lackner

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Moser Trio

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